SEELE (JIVATMA)

Die Begriffe „Körper, Geist und Seele“ werden oft gebraucht – im Westen nicht nur in den Religionen, sondern auch in der sogenannten alternativen Heilkunde, Esoterik und von sich medial in der Öffentlichkeit „offen und fortschrittlich“ gebenden Medizinern. Aber gerade Letzteren traue ich gerade deshalb nicht über den Weg, weil sie nach meinen langjährigen praktischen Erfahrungen in der (fernöstlichen) Heilkunde die Begriffe „Geist“ und „Seele“ nicht wirklich erklären können und ich deren Äußerungen dann eher als eine Art Wichtigtuerei empfinde. Wer selber nicht genau weiß, wovon er spricht, kann damit auch nicht sachkundig umgehen, und das halte ich in der Medizin schon für bedenklich. Für atheistisch eingestellte Mediziner hingegen ist das kein Problem, denn für sie gibt es eine „Seele“ und einen „Geist“ erst gar nicht – so sehen dann zuweilen auch ihre Behandlungserfolge aus, deren Lücken dann von alternativen Heilkundlern geschlossen werden –  „soweit Gott will“.

Daneben habe ich von vielen Christen immer wieder die Äußerung gehört, dass sie in ihrem Körper eine Seele haben, nicht aber selber eine Seele zu sein, die in einem Körper residiert, was ja genau das ganze Gegenteil ist. Mit anderen Worten scheinen viele Christen der Meinung zu sein, dass ihr Körper das eigentliche Lebewesen ist, das irgendetwas mit sich herumträgt, nämlich die für sich unerklärbare Seele. Ich hatte mich auch lange gefragt, was die christliche Trinität „Vater, Sohn und heiliger Geist“ eigentlich bedeuten soll, denn funktional scheint mir die genannte Reihenfolge nicht logisch zu sein: Vater = Gott, Sohn = Lebewesen (individuelle Seele) und heiliger Geist = befruchtende und verbindende (Lebens-) Energie … ich persönlich hätte es sinnvoller als „Vater, heiliger Geist und Sohn“ bezeichnet. Daher jetzt zu diesem Thema eine (Er-) Klärung aus den VEDEN:

„Wenn die obere Spitze eines Haares in hundert Teile geteilt wird und jeder dieser Teile wiederum in hundert Teile geteilt, ist jeder dieser Teile das Maß für die Dimension der Geistseele.“ (Srimad Bhagavatam – 11. Canto, Vers 7.42)

„Es gibt unzählige Partikel von geistigen Atomen, die als ein Zehntausendstel des oberen Teils des Haares gemessen werden.“ (Bhagavad Gita, Erläuterung zu Vers 2.17)

Hiermit ist zunächst einmal die Dimension der individuellen Seele (Jivatma) beschrieben, die als winzigster spiritueller Partikel von Gott bzw. Krishna bzw. Vishnu bei der Erschaffung eines Universums wie kleine Funken aus einem großen Feuer abgestrahlt und beim Rückzug des Universums wieder zurückgeholt werden (siehe auch GENESIS). In der medizinischen Fachliteratur wird der Durchmesser eines Kopfhaares mit 0,02 bis 0,08 mm beschrieben, und davon ist eine individuelle Seele um 10.000 mal kleiner. Da sie allerdings nicht materieller, sondern spiritueller Natur ist, lässt sie sich mit keinem materiellen Messgerät wirklich nachweisen – hier muss man nun ausschließlich den Aussagen aus der VEDEN vertrauen …

Nun die Frage, wie sieht diese Seele aus und welchen Zweck hat sie: Darüber hatte ich in den VEDEN zunächst nichts gefunden, aber in meiner langjährigen fernöstlichen Heilarbeit, in Meditationen und meiner weltlichen Beschäftigung mit der „Künstlichen Intelligenz“ (KI) vor bereits über 30 Jahren praktische Erfahrungen gemacht, die uns hier weiterhelfen können: Ich habe also völlig unerwartet in zahlreichen PRANA-Behandlungen nach Choa Kok Sui, die ich selber in der Regel mit geschlossenen Augen durchführe, zum Ende des allgemeinen Sweepings (Clearings) ein Aufleuchten in der Herzgegend meiner Klienten gesehen. Genauer gesagt habe ich dort immer wieder einen Kristall gesehen, der bei jedem Klienten zwar anders aussieht, aber zunehmend von einer bisherigen Verdunklung freigelegt wurde …

Diese Verdunkelungen kann man sich wie schwarz-grauen Rauch, Nebel oder Wolken vorstellen und den Kristall wie ein hochwertiger Edelstein mit vielen Facetten, der immer mehr zu leuchten und dann in Regenbogenfarben zu strahlen begann, bis er dann wie eine richtige Sonne aussah, in die man hineinschauen konnte, ohne sich die Augen zu verblenden. Meine intuitive Frage, was das eigentlich ist, was ich hier „sehe“, wurde immer wieder transzendental mit „Seele“ beantwortet. Diese Erlebnisse hatte ich bereits vor dem Studium der o.g. vedischen Texte, d.h. sie beruhten nicht darauf, dass ich Das, was ich einmal gelesen hatte, mir später dann auch eingebildet haben könnte. Die Ähnlichkeit dieser kleinen Sonne als individuelle Seele (Jivatma) mit der großen göttlichen Seele (Paramatma bzw. Purusha) erscheint wohl kein Zufall zu sein … und dann fand ich beim späteren Studium der VEDEN überraschend folgenden Vers:

„Auf Seiner Brust trägt die allmächtige, ungeborene Persönlichkeit Gottes den Kaustubha-Edelstein, der die reine Geistseele repräsentiert, gemeinsam mit dem Śrīvatsa-Zeichen, das die direkte Manifestation des ausladenden Glanzes dieses Edelsteins ist.“ (Srimad Bhagavatam, 12. Canto, Vers 11.10)

Aber auch zum „Aufbau“ der Seele könnte ich eine Erklärung gefunden haben, denn ich nahm ja deren kristalline Strukturen mit vielen Facetten wahr: Bei meiner weltlichen Beschäftigung vor bereits gut 30 Jahren mit der „Künstlichen Intelligenz“ (KI) ging es u.a. darum, wie man menschliches Wissen so erfassen kann, dass es von einer Maschine (Computer) auch erst einmal systematisch strukturiert abgespeichert und dann verarbeitet werden kann. KI-Systeme rechnen bei Problemstellungen nicht, sondern sie schlussfolgern, so wie wir Menschen es auch tun. Und so kam man in der Informatik (früher Kybernetik) dazu, das Wissen ganz allgemein zu analysieren, strukturieren und letztlich in unscharfe Fakten und scharfe Daten sowie unscharfe Regeln und scharfe Algorithmen aufzuteilen. Die Beziehungen zwischen einzelnen Fakten oder Daten lassen sich über die Regeln oder Algorithmen her- und letztlich über mehrdimensionale Netzwerke auch grafisch darstellen. Mit anderen Worten finden wir hier kristallähnliche Strukturen vor, an deren Ecken und Knoten sich die Fakten oder Daten befinden und deren Kanten und inneren Verbindungslinien die sie untereinander bestehenden Regeln oder Algorithmen wiedergeben …

Sich ein solches räumliches Netz vorzustellen, ist für Viele sicherlich eine Herausforderung, aber geschliffene Edelsteine kennt sicherlich Jeder: In diesem Sinne also handelt es sich also um einen nicht-materiellen, sondern ausschließlich spirituellen Kristall als Speicher von Fakten, Daten, Regeln und Algorithmen – letztlich also von jeglichem Wissen an sich. Mit diesem „Modell“ von der Struktur und dem Zweck der individuellen Seele (Jivatma) scheine ich nicht ganz verkehrt zu liegen, denn es entspricht auch den Aussagen in den VEDEN: Die individuelle Seele bzw. das individuelle Lebewesen – insbesondere der Mensch – ist in der Qualität Gott-ähnlich, in der Quantität gegenüber Gott jedoch winzig und begrenzt. Das bedeutet, dass eine individuelle Seele nur über einen Bruchteil des allumfassenden göttlichen Wissens (VEDA) und damit seiner Fähigkeiten und Allmacht verfügt. Wir alle sind von ihm ausgestrahlte kleine spirituelle Kristall-Funken und genau so unsterblich und ewig wie eine unendliche Geschichte in einem Buch. Das Buch als Datenträger kann vernichtet werden – die (Lebens-) Geschichte, unser Wissen usw. jedoch niemals …

Ich fasse speziell an dieser Stelle noch einmal zusammen: Alle Lebewesen sind winzige ewige (nie erschaffene und nie sterbliche) individuelle spirituelle Seelen (Jivatmas) in der Gestalt von leuchtenden Kristallen, die in sich Wissen tragen und sich ihrer eigenen Existenz mehr oder weniger bewusst sind. Bewusstsein ist ein signifikantes Merkmal für die Existenz einer jeden Seele. Darüber hinaus sind ständig alle individuellen Seelen mit der Überseele (Paramatma) bzw. Gott (Krishna) transzendental verbunden bzw. vernetzt. Wenn wir Menschen uns selber und unser belebtes Umfeld (andere Menschen, Tiere, Pflanzen usw.) wahrnehmen, nehmen wir lediglich verschiedene materielle Verkörperungen anderer spiritueller Seelen (Jivatmas) wahr und zumeist schon gar nicht deren Verbindung bzw. Vernetzung mit der gleichen Urquelle bzw. Überseele (Paramatma) bzw. Gott oder Krishna oder im Christentum auch „Vater“ genannt. Dieses von unseren biologischen Sinnen und unserem Ego (falsches Selbsbildnis) hervorgerufene Wahrnehmungsdefizit erweckt in uns den Eindruck der Trennung voneinander mit all deren unseligen Folgen – aber das ist nur eine Täuschung bzw. Illusion (Maya), die bei der Beschäftigung mit den VEDEN als solche umfassend aufgedeckt wird …