DIE GENESIS

Wie wurde eigentlich die Welt erschaffen – unser Universum schlechthin ? Die „moderne“ westliche Wissenschaft vertritt die These, dass sich nach einem „Urknall“ aus einem Schwarzen Loch Materie ins Universum ergoss, und diese erst über sehr lange Zeit das Leben hervorbrachte. Mit anderen Worten wird postuliert, dass die zunächst tote Materie irgendwann einmal aus sich heraus lebendig wird – doch ist das wirklich so ?

Wir alle können eigentlich immer wieder beobachten, dass sozusagen Nichts nicht irgendwie ohne Absicht und dahinter stehende Bedürfnisse oder Wünsche entsteht, denn zumeist sind es doch gerade die Menschen, die die Welt ständig umzugestalten versuchen. Wenn wir nun bei uns selber gerade diesen Zusammenhang erkennen können, so ist es auch nicht schwer, logisch zu schlussfolgern, dass alles Das, was Menschen nicht erschaffen haben, eigentlich auch das Ergebnis einer dahinter stehenden Absicht, von Bedürfnissen oder Wünschen sein müsste – aber wer könnte dahinter stecken ? In den Veden wird die Genesis recht genau beschrieben: Hinter allem steht ein rein spirituelles Lebewesen, nämlich die Persönlichkeit Gottes, auch „Krishna“ (Sanskit: „Der Allanziehende“) genannt …

An dieser Stelle zum besseren Verständnis zwischen „spirituell“ und „materiell“: Eine Geschichte in einem Buch oder einem Film ist auch dann noch existent, wenn das Buch vernichtet oder der Film irgendwo verlegt worden sind. Die materiellen „Datenträger“ wurden einmal erzeugt, unterliegen einem ständigen Wandel und werden letztlich irgendwie zerstört – die Geschichte jedoch ist damit immer noch nicht verloren, sondern weiterhin existent und ewig. Materie kann man im Außen mit den Sinnen erfassen bzw. wahrnehmen, Spiritualität jedoch findet man nur im Inneren und ist materiell nicht fass- und erklärbar …

Zurück zum Thema: Gott („Krishna“) als höchstes und rein spirituelles Lebewesen verfügt über eine äußere Ausstrahlung, deren subtilsten Partikel die ebenfalls spirituellen individuellen Seelen („Jivas“) sind. Man kann sich als Beispiel vorstellen, dass ein Feuer die Quelle und die aus ihm hervorsprühenden Funken jene winzigen Partikel sind – aber sie Alle sind nicht materiell, sondern rein spirituell zu verstehen. Die individuellen Seelen neigen dazu, sich selber erfahren zu müssen und benötigen dafür eine Art Spiegel, auch Schatten genannt. Mit anderen Worten muss dazu ihre Geistigkeit wie aus einem Projektor eines Planetariums an einem Firmament wiedergegeben werden. Und dieses „Firmament“ ist das materielle Universum. Auch hier wieder mit anderen Worten: Wenn wir selber irgendwelche Ideen im Kopf haben, wollen wir sie letztlich auch im Außen als Realität umsetzen – die Ideen sind geistiger Natur, die später geschaffenen Realitäten dann materieller Natur.

Neben dieser o.g. spirituellen Ausstrahlung („Jivas“) verfügt Gott („Krishna“) zeitweilig über eine weitere Ausstrahlung, die als niedere marginale Energie bezeichnet wird. Das Attribut „niedrig“ daher, weil diese Energie von einer höheren und mächtigeren Energie beherrscht wird – darauf komme ich später noch einmal detaillierter zurück. Diese niedere Energie ist die Substanz, aus der die gesamte fein- und grobstoffliche Materie sozusagen als „Firmament eines universellen Planetariums“ gebildet wird.

Und nun zur universellen Schöpfung, die immer aus der reinen Geistigkeit und in drei Stufen erfolgt – im „Srimad Bhagavatam“ 11. Canto, Vers 4.5 gibt es dazu folgende Aussage:

Am Anfang manifestierte sich die ursprüngliche Höchste Persönlichkeit in der Gestalt von Brahmā, um dieses Universum in der materiellen Erscheinungsweise der Leidenschaft zu erschaffen. Der Herr manifestierte Seine Gestalt als Viṣṇu, als Herr des Opfers und Beschützer der zweimal geborenen brāhmaṇas und ihrer religiösen Pflichten, um das Universum zu erhalten. Und wenn das Universum vernichtet werden soll, nimmt derselbe Höchste Herr die materielle Erscheinungsweise der Unwissenheit an und manifestiert sich in der Gestalt von Rudra. Die erschaffe­nen Lebewesen sind also immer den Kräften der Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung unterworfen.

Hieraus ist ersichtlich, dass die Erschaffung, Erhaltung und Zerstörung des Universums durch die drei „Erscheinungsweisen der materiellen Natur“ („Gunas“) hervorgerufen wird, deren eigentlicher Ursprung jedoch die Geistigkeit ihres Schöpfers (Gottes bzw. „Krishna’s“) ist. Befindet sich der Schöpfer noch in der Unwissenheits- oder Schlaf-Phase („Tamas“), gibt es noch keine Schöpfung. Findet nach dem Aufwachen eine Schöpfung statt, so gerät der Schöpfer in die Leidenschaft („Rajas“). Nach der Schöpfung wird diese eine Zeit lang in Bewusstheit und Tugend („Sattva“) erhalten, bevor sie für den Schöpfer uninteressant und wieder zerstört wird – dann ist der Kreislauf der Schöpfung beendet.

Da diese Prozesse immer eine geistige Ursache haben und eine Geistigkeit nur mit Lebewesen in Verbindung gebracht werden kann, werden diese drei Schöpfungsphasen auch personifiziert, wobei klar sein muss, dass die eigentliche geistige Quelle immer ein und die selbe Person, nämlich Gott („Krishna“) ist. Tritt Gott also im Tamas (Schläfer, Zerstörer)  auf, so nennt man ihn „Rudra“ bzw. „Shiva“, tritt er im Rajas (Schöpfer) auf, so nennt man ihn „Brahma“, und tritt er im Sattva (Erhalter) ) auf, so wird er „Vishnu“ genannt. Um diese Prozesse zu verstehen, muss man nur sich selber anschauen, wenn man sich mit einem neuen Projekt befasst – und da die Menschen in Gottes Ebenbild erschaffen sind, wenngleich nicht derart mächtig und ebenbürtig, sollte ein solcher Vergleich nicht schwerfallen.

Der gesamte Schöpfungsprozess wird in den Veden aber noch detaillierter beschrieben – genauer gesagt die beiden Phasen des Aufwachens und Erschaffens. In diesen Phasen wird Gott („Krishna“) in drei verschiedenen „Vishnu“-Gestalten beschrieben. Im Übrigen ist damit bereits erkennbar, dass die vermeintlich vielen Götter im Hinduismus nur ein und die selbe Person ist, die je nach ihrem Wirken nur verschiedenartig benannt wird. Es handelt sich jetzt also um „Maha-Vishnu“, „Garbhodakaśāyī-Viṣṇu“ und „Kṣīrodakaśāyī Vishnu“. In welcher Funktion treten sie nun auf:

(1) Maha-Vishnu

„Mein lieber Herr, der ursprüngliche puruṣa-avatāra, Mahā-Viṣṇu, erwirbt Seine schöpferische Kraft von Dir. So durchdringt Er mit unfehlbarer Energie die materielle Natur und erzeugt das mahat-tattva. Dann bringt das mahat-tattva, die verschmolzene materielle Energie, ausgestattet mit der Kraft des Herrn, aus sich selbst das goldene Urei des Universums hervor, das von ver­schiedenen Schichten materieller Elemente bedeckt ist.“ (SB 11, Vers 6.16)

(2) Garbhodakaśāyī-Viṣṇu

(3) Kṣīrodakaśāyī-Vishnu

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