Muladhara

Wir haben mit unserem Freund in Vrindavan, dem Brahmanen Pandit Acharya Maharaj Gopeshwar, täglichen Kontakt – manchmal erkundigt er sich nach unserer Meinung zu gesellschaftlichen Vorgängen, manchmal vermittelt er uns Lebensweisheiten und manchmal gibt er uns auch Unterweisungen, wie die nachfolgende in Original-Übersetzung. Aus unserer langjährigen Heil- und spirituellen Praxis sind uns diese zumeist schon bekannt, aber manchmal erscheinen sie auch in einem anderen Licht:

Das Muladhara ist der Teil des Körpers, der in erster Linie bestimmt, ob Sie in Sicherheit sind oder nicht. Bis dieses Zentrum stabil ist, bleiben alle höheren Chakren – ob sie die Liebe oder die Einsicht regieren – unsicher. Sobald es sich beruhigt hat, erlebt das Nervensystem zum ersten Mal echte Entspannung und ebnet den Weg für weiteres Wachstum.

Warum seine Funktion im Körper von grundlegender Bedeutung ist:

Es befindet sich im Perineum, direkt an der Basis der Wirbelsäule, in der Nähe des Steißbeins. Es zeichnet sich durch vier Blütenblätter, die Farbe Rot und das Erdelement aus.

Auf körperlicher Ebene:

  • Die Beine, Fußsohlen, Knochen, Zähne, Nägel, Dickdarm und Ausscheidungsfunktionen.
  • Beckenbodentonus.
  • Die Nebennieren – regeln die „Kampf-oder-Flucht“ -Reaktion.
  • Der Geruchssinn, der Tiefschlaf und die Grundlage des Immunsystems.

Wenn die Wurzel stark ist, der Schlaf gesund und vollständig ist, die Verdauung regelmäßig bleibt, die Extremitäten warm bleiben und es keine anhaltende Steifheit im unteren Rücken gibt.

Auf mentaler Ebene:

  • Ein Gefühl des Urvertrauens.
  • Verbindung zu Zuhause, Familie und physischem Raum.
  • Stabilität in Bezug auf Finanzen, Nahrung und Unterkunft.
  • Die Fähigkeit, Aufgaben zu erledigen und die Belastbarkeit, Langeweile zu tolerieren.

Auf energetischer Ebene:

  • Hier soll die Kundalini-Energie schlummern.
  • Hier öffnet sich der zentrale Energiekanal (Sushumna).
  • Wenn das Fundament schwach ist, kann sich die Energie nicht in den oberen Zentren verankern, was zu Schwindel, Unruhe oder emotionalen Turbulenzen führt.

Ein schwaches Muladhara äußert sich in Angst, finanzieller Angst, häufiger Krankheit, Verstopfung und kalten Händen und Füßen. Umgekehrt kann es bei übermäßiger Verengung zu Sturheit, Hortungstendenzen, Fettleibigkeit und Reizbarkeit bei jeder Veränderung kommen.

Mantra: Lam

Jedes Chakra besitzt einen spezifischen „Samenklang“ (Bija Mantra). Der Samenklang für das Muladhara ist Lam.

Im Sanskrit wird es als „Lam“ geschrieben. Es wird nicht als „Laam“, sondern als „Lum“ ausgesprochen – ähnlich dem kurzen „u“ im englischen Wort „fun“. Der Laut „La“ beinhaltet das Drücken der Zunge gegen den Gaumen; „A“* öffnet den Hals und „M“ wird mit geschlossenen Lippen durch die Nase gesummt.

Diese spezifische Schwingung schwingt direkt im Perineum und in der Basis der Wirbelsäule mit. Ein schweres, tiefes, sich nach unten bewegendes Geräusch – genau wie die Erde selbst.

Wie man „Lam“ singt:

Es ist nicht nötig, eine Mala (Gebetsperlen) ohne richtige Vorbereitung zu halten. Setzen Sie sich in Siddhasana oder Vajrasana auf den Boden, halten Sie Ihre Wirbelsäule aufrecht und Ihre Sitzknochen fest geerdet. Atme dreimal langsam und tief in deinen Bauch ein. Betätigen Sie beim Ausatmen ein sanftes „Mula Bandha“ (Wurzelschloss); Ziehen Sie das Perineum leicht nach innen und oben – belasten Sie es nicht. Singen Sie bei derselben Ausatmung „Lam“ und verlängern Sie den „m“ -Ton für 3 bis 4 Sekunden, damit die Vibration nach unten schwingen kann. Wiederholen Sie dies 11 Mal; Verbringen Sie dann mit geschlossenen Augen eine Minute damit, einfach das Gefühl zu beobachten, wie sich Ihre Füße in der Erde erden.

Die besten Zeiten zum Üben sind morgens auf nüchternen Magen oder gegen Sonnenuntergang. Der Effekt wird verstärkt, wenn Sie barfuß direkt auf dem Boden sitzen. Traditionell erfordert die Praxis, 108 Mal täglich an 40 aufeinanderfolgenden Tagen zu chanten. Zu Beginn reichen jedoch 27 Wiederholungen aus – vorausgesetzt, Atem und Aufmerksamkeit bleiben vollständig synchronisiert.

Was mit „Lam“ zu kombinieren ist:

  • Ein langsamer, achtsamer Spaziergang, der dem Gesang folgt.
  • Yoga-Posen, wie Tadasana, Malasana und Virabhadrasana.
  • An diesem Tag warme, gekochte Mahlzeiten mit Wurzelgemüse zu sich nehmen.Mantra: Lam
  • Umgeben Sie sich mit den Düften von Vetiver (Khas), Zedernholz (Deodar) oder frischer Erde.

Sich hinzulegen, während Sie durch Ihr Telefon scrollen – auch wenn Sie eine Aufnahme von „Lam“ über Kopfhörer anhören – stellt keine spirituelle Praxis dar … es ist nur Lärm.

Eine Zeile zum Merken:

Wenn sich Ihre Füße nicht fest auf dem Boden verankert fühlen, kann dem vor Ihnen liegenden Weg nicht vertraut werden. Das Muladhara (Wurzelchakra) gibt dir Halt.

„Lam“ dient als die prägnanteste Erinnerung an diese grundlegende Wahrheit. Eine einzige Silbe, eine einsame Schwingung – und der Körper merkt sich sofort genau, wo seine Reise beginnt …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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